„Wie sieht Arbeit im Jahr 2040 aus?“ Diese Frage stellen sich nicht nur Unternehmen, sondern auch deren zukünftige Mitarbeiter.

Heute noch Schüler, werden sie in den nächsten Jahren als Fachkräfte in die Unternehmen kommen. Doch wie genau sollte dann „Arbeit“ ausschauen?

Mit dieser Frage beschäftigten sich am Freitag und Samstag (8./9.11.) 25 Schülerinnen und Schüler aus Sachsen gemeinsam mit 15 Dresdner Führungskräften aus der Wirtschaft. Die Wirtschaftsjunioren Dresden luden zur ersten „WorkLabChallenge“.

An beiden Tagen wurde in lebhafter Projektarbeit diskutiert, erörtert und gelacht – unterschiedlichste Konzepte entstanden. Wichtig dabei: die Vertreter der teilnehmenden Unternehmen waren auf gleicher Augenhöhe wie die Schülerinnen und Schüler. Dies gelang schon am 1. Tag rasch durch Team Building Aktionen. Bei der sogenannten Marshmallow Challenge wurde der Grundstein für die Zusammenarbeit gelegt. Hier mussten die bunt gemischten Teams so schnell wie möglich aus 20 Spaghetti und wenigen Zusatzmaterialien einen Turm zusammenbauen, dessen Spitze ein Marshmallow zierte. Schon bei dieser ersten Übung gab es verblüffende Ergebnisse.

In einer zweiten Übung wurden polarisierende Thesen zur Generation Z und der Wirtschaft aufgestellt. In lebhaften Diskussionen konnten die meisten Vorurteile ausgeräumt und ein gemeinsamer Konsens gefunden werden. „Die Wirtschaft ist nur auf Profit aus!“, „Fridays for future – Demonstranten wollen doch nur schulfrei!“ – Das waren unter anderem zwei Thesen, die für Kontroversen sorgten.

Mit der dritten Challenge wurden alle Wogen wieder geglättet, denn es ging in die Küche der Galopprennbahn Dresden. Die Teams kreierten aus vorgegebenen Lebensmitteln auf Zeit ein 3-Gänge-Menü, welches dann gemeinsam eingenommen wurde.

Nibras, Schülerin der 12. Klasse des Pestalozzi-Gymnasiums, gab am ersten Abend folgendes Feedback: „Es ist toll, auf Augenhöhe zu diskutieren und nicht wie ein Kind behandelt zu werden.“

Am Morgen des zweiten Tages ging es an die eigentliche Arbeit. Was ist uns im Leben wichtig und wie ordnen wir unsere Werte ein? Noch vor „Freiheit“, „kreativer Gestaltung“ und „Selbstbestimmung“ stellten sich die Werte „Familie“ und „Gesundheit“ für Jugendliche und Unternehmensvertreter als die wichtigsten Werte heraus.

Die Trainerin Yvonne Horn leitet darauf aufbauend den Workshop zum Design Thinking, einer Technik für kreative Problemlösung. Es entstanden tolle Ideen zu Vereinbarkeit von Arbeit und Familie.

Die „7 Kekse und Dr. Beer“ entwarfen beispielsweise den Prototypen eines Homeoffices der Zukunft aus Lego. Das Team „Adamsfamilie“ erschuf die „Eierlegende Wollmilchsau App“ für Work-Live-Balance und stabile Finanzen.


Bereichert wurde diese Konzeptarbeit außerdem durch einen Impulsvortrag der Dresdnerin des Jahres 2018, Simone Saloßnik und den Basketballtrainer der Dresden Titans Stefan Mähne. „Das wichtigste ist, dass jeder die Kraft in sich trägt, dass er gut ist. Dann bewegt sich was.“, so Saloßnik. Stefan Mähne ergänzt: „Seid leidenschaftlich. Wenn ihr was zu 100% tut, gibt es auch keinen Grund, Selbstzweifel zu haben.“

Die WorkLabChallenge wurde ehrenamtlich von einem 16-köpfigen Projektteam, bestehend aus Dresdner Unternehmen und Führungskräften organisiert. In Kooperation mit Onkel Sax, TeachFirst und Dank der Unterstützung durch die AOK PLUS, IHK Dresden, 

Schneider + Partner Steuerberater & Wirtschaftsprüfer, Canon, itelligence, Elaskon, WEBneo, novatic, ERGO Roland Hein, qilmo und den Lingnerterrassen wurde ein tolles Wochenende für Unternehmer und Schüler ermöglicht. 

Es war deutlich zu spüren, wie das gegenseitige Verständnis für Sichtweisen der Wirtschaft und Jugend großartig gestärkt wurde. Wir freuen uns auf eine Fortführung in 2020! 

Text: Jana Simmat, Karoline Bünker, Ronny Rätze

Fotos: WJ Dresden