Trotz der aktuellen Einschränkungen, konnte Dank eines ausgeklügelten Hygienekonzepts die German Academy 2020 als Präsenzveranstaltung vom 23. Bis 26. Juli 2020 in Ortenau (Baden-Württemberg) stattfinden.

Die German Academy ist die ranghöchste Akademie der Wirtschaftsjunioren Deutschland und richtet sich an Junioren, die sich in Führungspositionen auf Landes- sowie Bundesebene engagieren bzw. darauf vorbereiten möchten. An vier sehr ereignisreichen Tagen lag der Fokus durch unterschiedliche Projektarbeiten und Teambuilding-Übungen in verschiedenen Gruppen besonders auf der persönlichen Weiterentwicklung der Mitglieder.

Aus dem Kreis der Wirtschaftsjunioren Dresden hat Sebastian Nieland an der diesjährigen German Academy (GA) teilgenommen. Er ist seit 2017 aktives Mitglied bei den WJ Dresden und war bereits erfolgreich auf Kreis-  sowie Landesebene aktiv und hat sich im Bundesprojekt zur Mitgliedergewinnung eingebracht. Aktuell verantwortet er neben den Sponsoring-Themen des Kreises, gemeinsam mit Anne Meinhard als geschäftsführender Gesellschafter die Mitteldeutsche Regionalkonferenz 2022 in Dresden.

Sebastian Nieland mit Peter Wolf, Geistlicher Leiter für das Schönstatt-Zentrum Marienfried

Wir haben Sebastian befragt, was es mit der GA auf sich hat und wie es ihm dort erging:

Wie kam es dazu, dass du an der German Academy teilgenommen hast?

Ich nehme sehr gern die verschiedenen hochwertigen Trainings der Wirtschaftsjunioren war. Durch die intern konzipierten Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind die Wirtschaftsjunioren eine richtige Lern- und Trainingsorganisation, die ihren Mitgliedern eine ständige, sehr hochwertige Weiterbildung ermöglicht. Da dies alles im Ehrenamt und auf freiwilliger Basis abläuft, entsteht bei den Trainings eine ganz bestimmte einzigartige tolle Atmosphäre unter den Teilnehmenden. Diesen speziellen Spirit habe ich schon bei verschiedenen Konferenzen und Trainings erlebt. Mein Kreis- und Landesvorstand hat mich aufgrund meines Engagements für den Verband nominiert. Das allein war schon ein tolles Gefühl, als dann auch noch die Zusage kam, dass ich teilnehmen kann, habe ich mich riesig gefreut!

Was hast du auf der GA erlebt?

Eins vorweg: „Was auf der GA passiert, bleibt auf der GA.“ Darauf mussten wir alle im Rahmen einer kleinen Elefanten-Zeremonie schwören. Hintergrund ist, dass dieses einzigartige Erlebnis für nachfolgende Teilnehmer erhalten bleiben soll. Nur so viel: Die vier Tage waren extrem, schlaflos, weiterentwickelnd, reflektierend und vor allem geprägt von Teambindung sowie Teamspirit, wie ich es noch nie vorher erlebt habe. Wir haben in 48 Trainingsstunden und darüber hinausgehender Projektarbeit unsere zuvor selbst gesteckten Ziele mehrfach weit übertroffen. Jeder aus dem Team hat sein Bestes gegeben, um das Teamprojekt #wjBaum zum Erfolg zu führen. Ich kann es immer noch kaum glauben, was wir gemeinsam in so kurzer Zeit bewegt haben – absolut genialer WJ-Spirit!

Was nimmst du für dich persönlich mit aus der GA?

Die gesamten Erfahrungen und Erlebnisse aus der GA sind so umfangreich, dass ich das gar nicht in einem Satz zusammenfassen kann. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass jeder Einzelne unwahrscheinlich viel erreichen kann, allerdings im Team noch sehr viel mehr Erfolg möglich ist. Eine gute, offene, ehrliche sowie wertschätzende Kommunikation verbunden mit gegenseitigem Vertrauen ist dabei ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Gemeinsam raus aus der Komfortzone, gemeinsam ein großes Projekt rocken und gemeinsam zum Erfolg beitragen.

Was hat dich an der GA besonders begeistert?

Tatsächlich ist die gesamte GA begeisternd! Am meisten allerdings, dass ständige aus der eigenen Komfortzone herausgehen – egal ob selbst gewollt oder nicht. 

Das war nur möglich, weil unter allen Teilnehmern ein extrem hohes Maß an Wertschätzung, grenzenloser Hilfsbereitschaft und maximaler Motivation vorherrschten. Ich bin unserem Team auch im Nachhinein noch sehr dankbar für diese intensiven und prägenden Erfahrungen. Außerdem hat mich beeindruckt, was für ein belastbares und tatkräftiges Netzwerk aus Unternehmemenden und Führungskräften wir mit den Wirtschaftsjunioren haben. Innerhalb von nur 24 Stunden konnten wir so viele Helfende für unser Projekt mobilisieren, dass die erfolgreiche Umsetzung mühelos machbar war. Das war einfach spitze und ich bin sehr glücklich ein Teil dieses Netzwerks zu sein.

Welches Erlebnis auf der German Academy war für dich besonders prägend?

Es war Samstagnachmittag. Es war stressig, ich war übermüdet und hatte schon mehrfach meine Grenzen auf verschiedenen Ebenen überschritten. Mein Leistungslimit war erreicht. Jeder hatte seine Aufgaben innerhalb des Projekts und war im absoluten Overflow. Da wurde eine weitere „kleine“ zusätzliche Aufgabe zum Tagesprojekt angetragen, welche ich übernahm. Ein kleines gemeinsames Corona-konformes Picknick mit unserem Bundesvorstand, von dem ein Teil tatsächlich anwesend war und der andere Teil virtuell via Videokonferenz zugeschaltet werden sollte. Das war für mich der berühmte letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das war der Punkt, an dem ich das erste Mal nicht mehr wusste, wie ich mir selber weiterhelfen kann und ich dachte nur noch daran, zu scheitern. Absolute Sackgasse in meinem Denken und Handeln. Nach gefühlt stundenlanger Verzweiflung, bin ich dann über meinen Schatten gesprungen und habe aktiv nach Hilfe gesucht. Und sie auch gefunden. Ich war sehr dankbar darüber, die richtige Unterstützung im richtigen Moment zu bekommen. Im Nachhinein kann ich darüber nur schmunzeln und habe eine Erkenntnis verinnerlicht: Um Hilfe zu bitten, ist keine Schande und vor allem kein Scheitern! 

Was bringt die Teilnahme an der GA und wem empfiehlst du sie?

Die Teilnahme bringt dir das, was du selber daraus machst. Es wird dir die Möglichkeit geboten, dich in einem geschützten, begleiteten und reflektierenden Rahmen persönlich in kürzester Zeit extrem weiterzuentwickeln. Dabei kannst du deine eigenen Fähigkeiten im Bereich Leadership, Projektmanagement, Teamgeist, WJ-Spirit, Ausdauer, Stressmanagement, Netzwerken uvm. ausbauen. Diese Chance habe ich vollumfänglich genutzt und bin sehr dankbar darüber, diese ganzen wertvollen und intensiven Erfahrungen gemacht haben zu dürfen. Dadurch fühle ich mich bestärkt, weiterführende bedeutende Projekte innerhalb der WJ durchzuführen und Führungsverantwortung im Verband zu übernehmen. Daher empfehle ich allen Wirtschaftsjunioren, welche Führungsverantwortung im Verband übernehmen möchten, unbedingt an der German Academy teilzunehmen. Nutzt diese einmalige und verbindende Chance, um euch eurer persönlichen Stärken bewusst zu werden und um euch an eure Grenze der Komfortzone zu bringen. Den Schritt über diese Grenze müsst ihr dann nur selber wagen. Ihr werdet es mit Sicherheit nicht bereuen, denn auch Scheitern gehört zum Erfolg, denn ohne Scheitern gibt es keine Möglichkeit der Verbesserung.

Interview: Caroline Grafe

Bilder: Sebastian Nieland, Jenny Sochmann, Marc Krüger