Coronabedingt erleben wir gerade wohl alle verrückte Zeiten! Wie gehen Unternehmer mit der aktuellen Situation um?

Wie sieht aktuell der Spagat zwischen Familie und Firma aus? Welche Chancen und Möglichkeiten können wieder andere für sich ableiten? Wir haben unsere Mitglieder befragt, wie sie die Krise erleben:

Mein Name ist Frank Wießner. Ich bin Bauträger und mit der Max Wiessner Baugeschäft GmbH verantworten wir seit 1995 mehr als 100 Mio Euro Umsatz in Dresden. Vor einigen Jahren war ich selber auch einmal Vorsitzender der WJ Dresden.

Was hat sich in deinem Arbeitsalltag durch Corona gerade grundsätzlich verändert?

Kundenanfragen sind eingebrochen und Mitarbeiter kommen nur noch zu 50% oder weniger arbeiten, weil die KiTas geschlossen sind.

Was hat sich in deinem Arbeitsalltag trotz Krise nicht verändert?

Mein Optimismus!

Was denkst du, welche Veränderungen die Krise für Arbeitnehmer & -geber bringen wird?

Das Geschäft wird wieder härter, denn jetzt haben wir alle viel Zeit und Geld verloren.

Arbeitest du im Homeoffice?

Ja, aber schon immer parallel zur Büroarbeit.

Was ist für dich die größte Herausforderung im Homeoffice?

Homeoffice ist für mich eine Krücke. Ich benötige eine Büroinfrastruktur zur effizienten Arbeit.

Was sind deine heißen top-5-Tipps für funktionierende Arbeit im Homeoffice?

Die gibt es nicht. Homeoffice ist für mich kein sinnvolles Modell, eine wirklich konzentrierte Arbeit ist nicht möglich – allenfalls 20% der Arbeit (Telefonate/strategische Überlegungen) sind wirklich umsetzbar.

Wie schaffst du es, in der aktuellen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren?

Selber nachdenken ist immer sinnvoll. Und sich nicht irre machen lassen.

Welche Entscheidungen hast du in den letzten Tagen getroffen, von denen du nie gedacht hättest, sie je treffen zu müssen?

Das verrate ich nur unter 4 Augen.

Welche Entscheidungen in den letzten Tagen waren deine größte Herausforderung?

Ich habe in den letzten 25 Jahren schon viel Schlimmeres erlebt.

Was ist deine Meinung zum Thema Kurzarbeit?

Das ist allenfalls sehr kurzzeitig sinnvoll.

Was sagt deine Work-Life-Ballance in diesen Tagen?

Die ist immer gut: Arbeiten, Kinder großziehen, Holz hacken, Reiten, Sport treiben. Nur das Reisen und die Gastronomie/Kultur fehlt.

Lieber Frank – vielen Dank für das Interview!

Interview: Caroline Grafe

Bild: Frank Wießner