Coronabedingt ist es gerade eine schwere Zeit für alle von uns. Jeder hat andere Herausforderungen und meistert sie auf seine Weise.

Wir berichten in unserer Interview-Serie, welche Herausforderungen die Mitglieder der WJ Dresden haben und wie sie damit umgehen:

Mein Name ist Sebastian Nieland, ich bin 35 Jahre alt. Ich arbeite als Niederlassungsleiter und Ausbilder bei der JENATEC Industriemontagen GmbH – einem spezialisierten Dienstleister rund um das Thema Personal und trage die Verantwortung für rund 60 Mitarbeitende. Zusätzlich bin ich ehrenamtlich im Vorstand der Wirtschafsjunioren Dresden sowie als Geschäftsführer der MiRKo 2021 UG (haftungsbeschränkt) tätig. 

Was hat sich in deinem Arbeitsalltag durch Corona gerade grundsätzlich verändert?

Der krasseste Einschnitt ist der generelle Wegfall der sozialen Kontakte. Es ist deutlich zu spüren, dass vor allem der persönliche und direkte Kontakt zu unseren Mitarbeitenden sowie Kunden fehlt. Gerade die sehr intensive und direkte Betreuung ist einer der wichtigsten Kernpunkte in unserer täglichen Arbeit. Die Umstellung auf den digitalen Weg war spannend und hat gezeigt, dass auch dieser Weg sehr gut funktioniert. Weiterführend ist die Einführung und Umsetzung der gesteigerten Hygieneregeln mit dem Umgestalten der Arbeitsplätze/Arbeitsorte, dem regelmäßigen Desinfizieren und tragen des Mund-Nasen-Schutzes ungewohnt. 

Was hat sich in deinem Arbeitsalltag trotz Krise nicht verändert? 

Die generelle tägliche Arbeit im Büro hat sich nicht verändert. Trotz aller Umstände können wir weiterhin unser tägliches Brot leisten und sind über diesem Umstand sehr froh. 

Was denkst du, welche Veränderungen die Krise für Arbeitnehmer & -geber bringen wird? 

Die generelle Einstellung zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten wird sich positiv ändern. Durch die Zwangslage zeigt es sich, dass auch alternative Modelle bei kaufmännischen und gewerblichen Mitarbeitenden sehr gut funktionieren. Modelle wie die Mischung aus Präsenzzeit im Büro und Homeoffice werden zunehmen, ebenso Themen wie Jobsharing und der Weggang von der starren 40 Stunden Woche. Im Allgemeinen denke ich, dass es hier zu einer Entspannung und Flexibilisierung kommen wird. Weiterführend wird gerade die Digitalisierung stark vorangetrieben. Themen wie Videomeetings, Kollaborationstools und das vernetzte Arbeiten werden die Arbeitswelt nachhaltig positiv verändern. 

Arbeitest du im Homeoffice? 

Eher selten, da die heimische Betreuung zum Glück gesichert ist. 

Wie schaffst du es, in der aktuellen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren? 

Trotz der Einschränkungen für Abwechslung im beruflichen und privaten Alltag sorgen, viel frische Luft und Bewegung / Sport sowie die Kompensation der sozialen Einschränkungen über virtuelle Treffen und Spieleabende mit dem Freundeskreis und vor allem den Fokus auf die positiven Dinge zu legen. 

Was ist deine Meinung zum Thema Kurzarbeit? 

Im Prinzip ein gutes Mittel, um Arbeitsplätze zu sichern. Allerdings sind die bürokratischen Hürden sehr hoch, das Antragsverfahren sehr kompliziert und aktuell langwierig. Die versprochene unbürokratische und schnelle Hilfe kann ich leider nicht bestätigen. Außerdem finde ich persönlich die Höhe des KuG viel zu niedrig, gerade auch weil nur das steuerpflichtige Bruttoentgelt relevant ist. Das bedeutet bei Mitarbeitenden im Schichtsystem eine sehr hohe finanzielle Einbuße, da die steuerfreien Zuschläge wie Nachtschichtzuschläge oder Wochenendzuschläge nicht berücksichtigt werden. 

Was sagt deine Work-Life-Balance in diesen Tagen? 

Tja schwer zu sagen, da durch die sich täglich ändernden Rahmenbedingungen die Situation immer unterschiedlich ist. Durch diese Unbeständigkeit ist es schwierig, einen positiven Energiehaushalt zu wahren. Es kostet viel Energie, sich auf die immer wieder neuen Umstände einzustellen und es ist schwieriger als sonst, einen gesunden Abstand nach der Arbeit von der Arbeit zu bekommen.

Vielen Dank für das Interview, lieber Sebastian!

Interview: Regina Krampe

Bild: Sebastian Nieland