Coronabedingt erleben wir gerade wohl alle verrückte Zeiten! Wie gehen Unternehmer mit der aktuellen Situation um?

Wie sieht aktuell der Spagat zwischen Familie und Firma aus? Welche Chancen und Möglichkeiten können wieder andere für sich ableiten? Wir haben unsere Mitglieder befragt, wie sie die Krise erleben:

Erlebe den Harz! Mein Name ist Tobias Skaloud. Ich bin Geschäftsführer der Berglust Braunlage. Wie betreuen ca. 100 FeW’s und Fe-Häuser im Auftrag unserer Eigentümer in Braunlage, Sankt Andreasberg, Hohegeiß, Schierke oder Wenigerode.

Ob Ferien im Harz mit der Familie, eine Auszeit zu Zweit oder mit Freunden, Urlaub mit Hund – wir haben die passende Ferienunterkunft, damit unsere Gäste die herrliche Landschaft, die kulturelle Vielfalt und die attraktiven Veranstaltungen in unserer Region erleben und sich wohlfühlen können.

Was hat sich in deinem Arbeitsalltag durch Corona gerade grundsätzlich verändert?

Umfangreiche arbeitsorganisatorische als auch hygienische Maßnahmen / Prozessbausteine und Arbeitsanweisungen die nun intern als auch mit externen Partnern eingehalten werden müssen bestimmen meinen Alltag.

Wir haben keinen Gast-Kontakt mehr, da wir nicht mehr beherbergen dürfen und Stornoabwicklungen häufen sich.

Was hat sich in deinem Arbeitsalltag trotz Krise nicht verändert?

Alle meine Tätigkeiten haben strategischen Charakter, das ist trotz Krise gleichgeblieben.

Was denkst du, welche Veränderungen die Krise für Arbeitnehmer & -geber bringen wird?

Es wird umfangreiche arbeitsorganisatorische als auch hygienische Maßnahmen/ Prozessbausteine und Arbeitsanweisungen umzusetzen geben. Die Digitalisierung wird den Arbeitsalltag mehr bestimmen.

Was sind deine heißen top-5-Tipps für funktionierende Arbeit im Homeoffice?

  1. Disziplin.
  2. Sich einen klaren Arbeitsalltag (zeitlich) festlegen.
  3. Klare räumliche Trennung zw. Arbeitsumgebung und Wohnumgebung schaffen.
  4. Sich so anziehen, als wenn man ins Büro fahren würde.
  5. Klare Kommunikation des zeitlichen Arbeitsalltages an die restlichen Mitbewohner.

Wie schaffst du es, in der aktuellen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren?

Wir haben zu Beginn einen „Worst-Case“ beschrieben und die dafür notwendigen Maßnahmen abgeleitet und geschaut wo und wie wir als Betrieb dadurch dastehen würden und was notwendig ist, um aus der Krise herauszukommen

Diese Maßnahmen arbeiten wir einfach ab. Und durch die „Szenario-Analyse“ bzw. „Szenario-Technik“ weiß ich „relativ“ genau, wie lange wir als Betrieb durchhalten und welche Stellschrauben verändert werden müssen

Dadurch haben wir uns als Betrieb schon einmal mit dem Schlimmsten auseinandergesetzt und können im Fall der Fälle agieren und nicht nur reagieren!

Welche Entscheidungen in den letzten Tagen waren deine größte Herausforderung?

Ich musste mehrere unserer Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken.

Außerdem muss ich gezwungenermaßen die Kollegen immer wieder mit dem „Worst-Case“ konfrontieren – dadurch bin ich automatisch bei jedem der „Buhmann“.

Ich weiß aber, dass es allen helfen wird, trotzdem ist es nicht immer einfach.

Was ist deine Meinung zum Thema Kurzarbeit?

Gute Idee, da wir so die Mitarbeiter nicht entlassen müssen.

Was sagt deine Work-Life-Ballance in diesen Tagen?

Die leidet gerade sehr, da ich selber auch von erheblichen finanziellen Einbußen betroffen bin und gleichzeitig meiner Verantwortung für mehrere Mitarbeiter nachkommen möchte.

 Vielen Dank für das Interview, lieber Tobias!

Interview: Caroline Grafe

Bild: Tobias Skaloud